Paolo Calleri, 2013
Die Karikatur zeigt Europa als Festung, in die niemand von außen hinein kann. Zugleich wird Europa als Boot dargestellt. Diese beiden bildhaften Vergleiche werden häufig in Debatten um Geflüchtete verwendet: Sie vermittelt den Eindruck, dass Europa sich nach außen abgrenzen und schützen müsse und dass es keinen Platz mehr gäbe. Tatsächlich sind die Außengrenzen von Europa, besonders zum Mittelmeer, so abgesichert ,dass es für Geflüchtete extrem schwierig ist, nach Europa zu gelangen. Paolo Calleri kontrastiert diese Politik der Abschottung mit der europäischen Hymne „Ode an die Freude“, in der es heißt: „Alle Menschen werden Brüder“. Eine zynische Aussage, angesichts ertrinkender Menschen im Mittelmeer.
Paolo Calleri wurde 1977 in Ulm geboren. Er studierte Kunst- und Medienpädagogik an der Universität Augsburg, wo er 2006 seinen Magisterabschluss erhielt. Er startete seine zeichnerische Karriere u.a. mit einer eigenen Karikaturausstellung in Cassaro/Italien. Es folgten zahlreiche weitere Druckgrafik-Ausstellungen und Teilnahmen an der „Rückblende“.
